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Digitalisierung14. August 2026Aktualisiert am 04. September 20265 Min. Lesezeit

Prozessoptimierung einführen: So planen Sie den ersten Praxistest

Eine Maschine und ein klares Problem sind ein guter Anfang. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, einen Piloten so aufzusetzen, dass Sie danach über den weiteren Einsatz entscheiden können.

Erfahrener Maschinenbediener und Prozessingenieur besprechen einen Versuch an einer CNC Maschine
KI-generiertes Bild

Sie möchten einen Prozess verbessern, aber vor einer Einführung wissen, ob das Verfahren im eigenen Betrieb funktioniert. Ein guter Pilot beantwortet genau diese Frage. Dafür braucht es einen geeigneten Prozess, reservierte Maschinenzeit und eine vorab vereinbarte Bewertung.

Beginnen Sie mit einem Problem, dessen Wirkung Sie messen können. Beispielsweise mit zu viel Nacharbeit an einem wiederkehrenden Bauteil. So entsteht ein Versuchsvorhaben, das Produktion und Qualität gemeinsam beurteilen können.

01

Problem

Wirtschaftlichen Fokus wählen

02

Daten

Parameter und Ergebnisse ordnen

03

Grenzen

Zulässige Werte festlegen

04

Pilot

Versuche durchführen

05

Entscheidung

Ergebnis und Aufwand bewerten

Ein Pilot führt von einer konkreten Frage über Messungen und Versuche zu einer Entscheidung über den weiteren Einsatz.

1. Wählen Sie einen Prozess, den Sie tatsächlich testen können

Ein geeigneter Pilot tritt oft genug auf, hat veränderbare Stellgrößen und liefert zeitnah messbare Ergebnisse. Die relevanten Betriebsgrenzen müssen bekannt sein. Ebenso wichtig ist eine Person, die Zeit für Vorbereitung, Auswertung und Rückfragen aus der Schicht hat.

Wenn ein Auftrag nur einmal im Quartal läuft, können wenige Wochen Testzeit zu kurz sein. Sind gleichzeitig größere Umbauten geplant, wird der Vergleich schwierig. Prüfen Sie diese Bedingungen, bevor Sie den Erfolgstermin festlegen.

Prüffragen für die Auswahl des Piloten

Frage
Was soll besser werden?
Was vor dem Start feststehen sollte
Ein benanntes Qualitätsmerkmal, eine Zeit oder ein Verbrauch
Frage
Was dürfen wir verändern?
Was vor dem Start feststehen sollte
Parameter mit geprüften Bereichen und Schrittweiten
Frage
Wie erhalten wir Ergebnisse?
Was vor dem Start feststehen sollte
Messmethode, Messort und Zeitpunkt
Frage
Wann können wir testen?
Was vor dem Start feststehen sollte
Reservierte Maschinenzeit und verfügbares Personal
Frage
Wer entscheidet danach?
Was vor dem Start feststehen sollte
Verantwortliche für Bewertung und Freigabe

2. Legen Sie eine gemeinsame Versuchsdokumentation an

Für jeden Versuch brauchen Sie die tatsächlich eingestellten Werte, das Ergebnis und die Bedingungen. Halten Sie zum Beispiel Materialcharge, Werkzeug und Bauteilvariante fest. Dokumentieren Sie auch, wenn ein Vorschlag verworfen oder ein Versuch abgebrochen wurde.

Prüfen Sie vorhandene Tabellen, bevor Sie sie als Ausgangsbasis verwenden. Passen Einheit, Messmethode und Prozessbedingungen zusammen? Wenn das unklar ist, liefern neu erfasste Referenzläufe eine bessere Grundlage für den aktuellen Vergleich.

  • Einstellwerte einschließlich Einheit
  • Material, Variante und Werkzeugzustand
  • Messwerte mit festgelegter Methode
  • Status, Abweichung und gegebenenfalls Fehlgrund

3. Klären Sie, wer welchen Schritt freigibt

Die Prozessverantwortlichen bestimmen den zulässigen Rahmen. Das Bedienpersonal prüft die Situation vor Ort. Die Qualitätssicherung definiert, wie ein Ergebnis bewertet wird. Halten Sie fest, wer Versuche stoppen und wer eine neue Einstellung für die weitere Erprobung freigeben darf.

Ein Modell kennt nur die Informationen und Regeln, die ihm zur Verfügung stehen. Fraunhofer IPT benennt die Interpretation von Ergebnissen und die Unsicherheit von Modellen als Herausforderungen datengetriebener Optimierung. Im Pilotprojekt muss deshalb klar sein, wie das Team mit einem unplausiblen Vorschlag umgeht.

Bei NexTune werden Empfehlungen nicht automatisch an die Maschine übertragen. Die Werte werden nach Prüfung bewusst eingestellt.

4. Wählen Sie das Verfahren passend zur Frage

Wenn zunächst viele mögliche Einflussgrößen eingegrenzt werden müssen, kann ein Screening-Versuchsplan hilfreich sein. Wenn wenige Stellgrößen feststehen und jeder reale Versuch aufwendig ist, kann eine schrittweise modellgestützte Optimierung passen. Die Wahl hängt von Ziel, Aufwand und Prozess ab.

Bayessche Optimierung schätzt mögliche Ergebnisse und die Unsicherheit dieser Schätzung. Daraus wird ein weiterer Testpunkt ausgewählt. Peter Fraziers Einführung beschreibt das Verfahren für aufwendig auszuwertende Zielfunktionen. Daraus folgt keine feste Anzahl notwendiger Versuche für Ihren Prozess.

Planen Sie außerdem Wiederholungen und einen Vergleich mit der Ausgangseinstellung ein. Ein neuer Bestwert sollte sich unter dokumentierten Bedingungen bestätigen lassen.

5. Vereinbaren Sie die Bewertung vor dem ersten Versuch

Beschreiben Sie, was ein erfolgreicher Pilot zeigen muss. Zum Beispiel: Das gewählte Qualitätsmerkmal verbessert sich in Wiederholungsläufen, während Bearbeitungszeit und Werkzeugzustand innerhalb der vereinbarten Anforderungen bleiben. Die konkreten Grenzwerte legt Ihr Team fest.

Bewerten Sie auch den Arbeitsaufwand. Konnten die Bediener die Messwerte zuverlässig erfassen? Waren Vorschläge verständlich? Wie viel Zeit kosteten Vorbereitung und Auswertung? Ein gutes technisches Ergebnis ist nur dann alltagstauglich, wenn der Ablauf im Betrieb funktioniert.

Erst danach rechnen Sie den möglichen wirtschaftlichen Effekt hoch. Legen Sie realistische Produktionsmengen zugrunde und unterscheiden Sie gesparte Ausgaben von zusätzlicher Kapazität.

6. Beziehen Sie die nächste Schicht früh ein

Lassen Sie das Team den Ablauf mittragen, das ihn später nutzen soll. Eine Rezeptur sollte nicht nur die Sollwerte enthalten, sondern auch den gültigen Kontext und den Stand der Freigabe. Rückfragen aus der Schicht zeigen oft, welche Angaben noch fehlen.

Besprechen Sie Abweichungen, ohne vorschnell Bedienfehler anzunehmen. Eine andere Charge oder ein verändertes Werkzeug kann den Unterschied erklären. Gute Dokumentation macht diese Prüfung möglich und hält praktische Erfahrung im Betrieb verfügbar.

7. Entscheiden Sie über den nächsten Prozess

Bewerten Sie nach dem Pilotprojekt drei Punkte getrennt: das technische Ergebnis, den Aufwand im Arbeitsalltag und den wirtschaftlichen Nutzen. Legen Sie fest, welche offenen Fragen vor einer Erweiterung geklärt werden müssen.

Wenn der Ansatz trägt, wählen Sie einen weiteren passenden Prozess. Übernehmen Sie Messdefinitionen und bewährte Abläufe, prüfen Sie aber Parametergrenzen und Rezepturen neu. Ähnliche Maschinen können unterschiedliche Bedingungen haben.

Mit NexTune können Sie den Einstieg 30 Tage lang an einer aktiven Maschine testen. Wählen Sie dafür einen Prozess, für den im Testzeitraum tatsächlich Messungen und Wiederholungen möglich sind.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Müssen alle Maschinen vernetzt sein?

Nein. In NexTune können Sie Einstellungen und Messwerte manuell erfassen. Für den Piloten ist wichtig, dass die Daten vollständig, vergleichbar und mit vertretbarem Aufwand verfügbar sind.

Wie lange dauert ein sinnvoller Pilot?

Das richtet sich nach der Verfügbarkeit des Prozesses, den Messungen und den nötigen Wiederholungen. Planen Sie anhand tatsächlich möglicher Versuchsläufe und nicht nur anhand eines Kalendertermins.

Wann sollten wir den Piloten verschieben?

Wenn sichere Betriebsgrenzen, eine verlässliche Messmethode oder Zeit an der Maschine fehlen. Klären Sie diese Voraussetzungen, bevor Sie Modellvorschläge im Prozess erproben.

Fachliche Quellen und Vertiefung

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